Zwei Wochen lang beschäftigen sich die Kinder bei uns mit den Religionen der Welt. Das Projekt bezweckte, den Kindern nahe zubringen was Religion ist. Dabei wollten wir feststellen was es für Gemeinsamkeiten gibt, was sie verbindet und trennt. Krönender Abschluß war ein Ausflug nach Dresden.
Da ist ein Elefant. Da sind sechs Blinde. Still steht er da, der Elefant. Und die sechs Blinden nähern sich, vorsichtigen Schrittes. Sie wollen ihn kennen lernen, den Elefanten. Ganz ruhig steht er da.
Und die Blinden beginnen ihn zu befühlen. Jeder an einer anderen Stelle. Ja, einer steigt sogar auf seinen Rücken.
Und danach kommen sie zusammen. Sie sitzen im Kreis. Sie erzählen. Jeder denkt, ich kenne ihn jetzt, den Elefanten.
"Wie ein großer Korb sieht er aus", sagt der erste. Er hat den Bauch betastet. "Er ist wie eine große Säule", sagt der zweite. Er hat ein Bein betastet.
"Wie ein riesiger Fächer ist er", sagt der dritte. Er hat ein Ohr befühlt. "Er ist wie ein dicker Strick", sagt der vierte. Er berührte seinen Schwanz.
"Er ist wie eine große Röhre", sagt der fünfte. Er tastete den Rüssel ab. Und der sechste, der auf seinen Rücken saß, meint: "Er ist wie ein riesiger Berg."
So hat jeder den Elefanten anders erfahren. Und jeder denkt, er kennt ihn ganz. Dabei kennt er nur einen Teil von ihm. Und doch ist er da, der ganze Elefant.
So ist es mit den Religionen und mit Gott. Jede Religion kennt nur einen Teil von ihm. Jede kennt etwas anderes. Und doch ist er da, der eine Gott .- Für alle. Alles umfasst er, die Menschen, die Welt. Er ist derselbe Gott für alle.